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Continuous Auditing

Effektive Verbesserung des Kontrollniveaus

Definition Continuous Auditing
Der Continuous Auditing Ansatz (CA) stammt ursprünglich aus dem Bereich der Jahresabschlussprüfung und betrifft die kontinuierliche Überwachung der Prozesse zur zeitnahen Erstellung und kurzzeitigen Veröffentlichung von Jahresabschlüssen und Periodenergebnissen.

Das CA trägt der Forderung nach kontinuierlicher Prüfungshandlung Rechnung, indem die Prozesse dem wachsenden Bedarf nach gesicherten Ergebnissen einer systemorientierten und kontinuierlichen Prüfung mit Hilfe von IT-Unterstützung unterzogen werden.

Zwischenzeitlich wird der Begriff CA jedoch deutlich weiter gefasst. Neben der ur¬sprünglichen Anforderung an die Überwachung der Rechnungslegung wird nunmehr auch die Beurteilung und Prüfung der wesentlichen und risikorelevanten Prozesse und Kontrollen im Unternehmen sowie des Risikomanagementsystems unter CA gefasst.

CA gewinnt somit auch für die Prozessverantwortlichen und die Interne Revision zunehmend stärker an Bedeutung.

Aufsichtsrecht
Der anerkannte Standard für Interne Kontrollsysteme (IKS) stellt das COSO Framework (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) dar.

Dieser Standard verfolgt neben der Risikobeurteilung innerhalb des Kontrollumfelds die Implementierung von Kontrollaktivitäten sowie eine ständige und laufende Überwachung inkl. laufender Kommunikation der Ergebnisse.

Dieser Sachverhalt ist auch in entsprechenden Rundschreiben der Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen verankert; so u. a. in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement für Banken, MaRisk BA, als auch in den MaRisk VA.

Letzteres fordert die Unternehmen explizit auf, ein IKS einzurichten, das die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems sicherstellt. Die Funktionsfähigkeit der Kontrollen ist mindestens jährlich zu überwachen. Kontrollschwächen sind zu beurteilen und zeitnah zu beseitigen.

Die somit branchenübergreifende geforderte risikoorientierte Prüfungsplanung und gleichzeitige Umsetzung einer kontinuierlichen und zeitnahen Prüfung stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen, die in der Vergangenheit oft an fehlenden Prüfungsmethoden und Werkzeugen scheiterten.

Ziele und Nutzen des CA
Die Ziele des CA sind - neben einer stetigen Verbesserung des Kontrollniveaus durch automatisierte Kontrollen - auch die erhöhte Prüffrequenz und zeitnahe Berichterstattung bei gleichzeitiger Reduzierung der Fehler- und Eigenkapitalkosten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des CA ist die Vermeidung von dolosen Handlungen, welche durch den Aufbau eines integrierten Fraud Prevention Management Systems realisiert werden kann.

Das 3 Phasen Modell
Wie kann man aber nun sinnvolle Ansätze generieren, um die oben genannten Anforderungen zu erfüllen und darüber hinaus ein Umfeld schaffen, was gleichfalls betriebswirtschaftlich vertretbar ist?

Die strukturierte Vorgehensweise zur Einführung des CA-Ansatzes durch die Interne Revision kann auf drei wesentliche Phasen heruntergebrochen werden:

  1. Risiko- und Schwachstellenanalyse
  2. Spezifikation der Datenanforderungen
  3. Datenanalyse und Indikatorenabbildung

In Phase 1 werden die Risiken und Schwachstellen in wesentliche und risikorelevante Prozesse unterteilt.

Danach werden in Phase 2 - auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse - Indikatoren, Messgrößen und Dateninformationen aus den Systemen abgeleitet und anhand von eindeutigen Datenanforderungen konkretisiert.

Abschließend werden in Phase 3 die erhaltenen Daten mit Hilfe eines Datenanalyse Werkzeuges ausgewertet und die entsprechenden Indikatoren programmiert bzw. systemtechnisch abgebildet.

Leistungen durch agens
Zu Beginn eines CA-Ansatzes steht die Identifikation der Bereiche und Risiken, die laufend überwacht werden sollen. Allgemeinhin erfolgt dies im Rahmen einer Gefährdungsanalyse, bei der die Prozesse und die mit ihnen verbundenen Risiken hinsichtlich ihrer Risikoneigung und Bedeutung bewertet werden.

Die Gefährdungsanalyse ist der Ausgangspunkt eines CA-Ansatzes und damit laufend auf die aktuellen Gegebenheiten und Prozessveränderungen anzupassen.

Für die Durchführung eignen sich sowohl die gängigen Office-Anwendungen als auch Tools aus dem Bereich der Governance Risk und Compliance - kurz „GRC“-Anwendungen.

Abb.1 : Beispiel für eine Excel-Lösung

Auf Basis der vorhandenen Risiken bzw. Kontrollen gilt es nun, Indikatoren zu entwickeln, die entsprechende Ausprägungen laufend kontrollieren. Die Indikatoren sind dann auf Datenfelder bzw. benötigte Daten herunterzubrechen. Diese können sowohl mittels entsprechender Extrakte von der IT laufend zur Verfügung gestellt werden, als auch durch entsprechende Schnittstellen direkt angezapft und für die einzelne Auswertung abgezogen werden.

Als nächstes müssen die Daten gemäß den definierten Indikatoren ausgewertet werden. Zu den bekanntesten Anwendungen für die Analyse von Massendaten zählen ACLTM und IDEATM. Der Vorteil dieser Tools liegt in dem großen Verbreitungsgrad und der leichten Anwendbarkeit. Potenzielle Risiken liegen hier in der Güte bzw. Risikosensitivität der ursprünglich definierten Indikatoren und der Korrektheit der technischen Umsetzung.

In neueren Ansätzen wird darüber hinaus versucht, die Qualität der Ergebnisse unabhängiger von der vorhandenen Datenqualität zu machen. Hierbei kommen Neuronale Netze zum Einsatz, die z. B. innerhalb des Tools RayQ implementiert sind.

Abb. 2. Analyse mit einem neuronalen Netz

Durch die Anregung der Neuronen können neue und seither unbekannte Tendenzen aufgezeigt und im Folgenden analysiert werden.

Abschließend sind die Ergebnisse entsprechend auszuwerten und in ein berichtstaugliches Format zu überführen.

Abb. 3: Beispiel für ein Reporting in einem GRC-Tool

Fazit Ansätze zum CA helfen gezielt, das Kontrollniveau in den Prozessen zu verbessern und sicherzustellen, dass besonders risikobehaftete Bereiche einer laufenden und nicht nur stichtagbezogenen Prüfung zugeführt werden.

Nicht unterschlagen werden sollte aber auch, dass die Implementierung einen spürbaren Einmalaufwand verursacht, der sich erst im Laufe der Zeit amortisiert, dann aber zu einer deutlichen Reduzierung von Aufwänden und damit zu einer enormen Effizienzsteigerung führt.

Durch den Einsatz moderner Tools und Werkzeuge kann der Prozess dann langfristig im hohen Maße automatisiert und transparent gemacht werden.

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